“Mit Köll ist eine Zusammenarbeit nicht möglich”

Nach meiner Tätigkeit im Parlament in Wien bin ich 1991 wieder nach Matrei zurückgekehrt. Ich war bereit meine politische Erfahrung und mein Fachwissen in die Gemeindepolitik einzubringen und habe für den Gemeinderat kandidiert. Wir erreichten ein Mandat. Ich war dann überrascht, als ich merkte, dass meine Mitarbeit im Gemeinderat nicht erwünscht ist. Verträge über die wir abstimmten durfte ich mir – zum Studieren – nicht kopieren, sondern musste mir den wesentlichen Inhalt abschreiben. Ich war auch verwundert, mit welcher Selbstverständlichkeit Gesetze nicht eingehalten wurden. Die Gemeinderatssitzungen, die mindesten alle 3 Monate stattfinden müssten, wurden erst nach fast 5 Monaten anberaumt. Die Niederschriften dieser Sitzungen wurden oft erst Monate später übermittelt obwohl die Frist 3 Wochen beträgt.

Die Konten wurden um 3 bis 5 Mio. Euro (!!!) überzogen obwohl nur 500.000,– Euro zulässig sind. Und vieles andere mehr. Ich war natürlich nicht bereit diese Gesetzesverletzungen hin zu nehmen und habe Beschwerden an die Aufsichtsbehörden gemacht. Ich bin der Meinung, wie sich jeder und jede MatreierIn an die Gesetze halten muss, sollte dies auch für unseren Bürgermeister gelten. Ich verstehe natürlich, dass er verärgert ist. Er hat wahrscheinlich nicht damit gerechnet, dass sich im Gemeinderat jemand rechtlich besser auskennt als er.

Es wird endlich Zeit, dass die Matreierinnen und Matreier einen Bürgermeister und einen Gemeinderat bekommen, den sie auch verdienen. Einen Bürgermeister und einen Gemeinderat, der die Gesetze einhält und sie nicht mit Füßen tritt. Einen Bürgermeister und Gemeinderat der für die Menschen und ihre Bedürfnisse vor Ort da ist und nicht für die eigenen Vorteile und Privilegien.

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2 Antworten auf “Mit Köll ist eine Zusammenarbeit nicht möglich”

  1. Traudl Staller-Mattersberger sagt:

    Ich versteh nicht wie diese Aufsichtsbehörde gestrickt ist??? Wie kann sie das akzeptieren € 500 000,– sind erlaubt und 4 Mio. sind es tatsächlich. Wie ist das möglich??? Wozu gibt es diese Aufsichtsbehörde??

  2. sepp.brugger sagt:

    Liebe Traudl,
    ich wundere mich auch schon seit Jahren, warum die Aufsichtsbehörde der BH Lienz gegen die offensichtlichen Gesetzesverletzungen – Kontoüberziehungen um das Vielfache – nichts unternimmt. Ich habe schon mehrfach angeregt eine Gebarungsprüfung durch zu führen. Nicht einmal das wurde gemacht. Ich habe den Verdacht, dass hier jemand so lange wie möglich gedeckt werden soll. Die Aufsichtsbehörde ist nicht weisungsfrei. Offensichtlich will man in Tirol einem ÖVP-Bürgermeister nicht weh tun. Dies ist eine klare Verletzung der Aufsichtspflicht. Aber die Lage spitzt sich immer mehr zu und ich bin schon gespannt, wie lange das Land diese Zustände decken wird und kann. Ich kann nur konsequent diese Missstände aufzeigen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sepp Brugger

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