Der GRÜNE Weg zum Sonnenstrom – Ideen für ein lebenswertes Matrei

Resümee der Photovoltaik-Veranstaltung „Mit der Kraft der Sonne“, am 9.3. im Kesslerstadel
mit Georg Willi, Klubobmann der Grünen im Landtag, Ing. Manfred Tönig, einer der wenigen zertifizierten Photovoltaik-Techniker Tirols und Sepp Brugger, Bürgermeisterkandidat und Grüner Gemeiderat.
Rund 20 Interessierte MatreierInnen haben sich vorgestern im Kesslerstadel eingefunden, um mehr über das zukunftsweisende Potenzial der Photovoltaik, Förderungsmöglichkeiten und eine mögliche Photovoltaik- Aktion in Matrei zu erfahren.

Tirol- Land der Sonne

Tirol und im speziellen Osttirol mit seinen vielen Sonnenstunden hat optimale Voraussetzungen für die Stromerzeugung aus Sonne. Hier liegen die Märkte der Zukunft.
Dazu präsentiert Brugger eine Österreichkarte mit einer Darstellung der Sonnenausbeute, welche belegt, dass wir in Osttirol rund 20% mehr als unsere deutschen Nachbarn haben. Doch in Relation zu Deutschland ist Österreich noch immer ein Sonnenstrom-Entwicklungsland.

Woran liegt das?

Österreichische Blockadepolitik

Deutschland kann dank seiner gesetzlichen Regelung (deutsches Erneuerbares-Energien-Gesetz (EEG)) den Sonnenstromerzeugern über 40 Cent/kWh anbieten. Mit diesem Angebot boomen Investitionen in Photovoltaik-Anlagen. Damit wurden bisher 10.000ende von Arbeitsplätzen geschaffen und ein wesentlicher Schritt in Richtung Klimaschutz gemacht.

47 Staaten der Erde haben das dt. EEG als Vorbild für ihre eigenen Förderinstrumente bereits herangezogen. Doch die österreichische Bundespolitik betreibt in diesem Sektor eine Blockadepolitik, die den Anreiz in PV-Anlagen zu investieren niedrig hält.

Lust auf Photovoltaik

Doch der Klubobmann der Grünen im Landtag, Georg Willi, machte anhand eines einfachen Vergleichs Lust auf die angesprochene Trendwende in der Energieversorgung:

„ Führen wir uns vor Augen, welch ein Luxus ein Handy vor 20 Jahren war und wie sehr sich dieser Markt seither entwickelt hat. Ein Handy ist mittlerweile für jedermann zur Selbstverständlichkeit geworden. Dies lässt uns erahnen, dass wir dieselbe Entwicklung im Bereich der Photovoltaik erleben werden. Alle ExpertInnen rechnen damit, dass Solarstrom vom Dach schon in wenigen Jahren gleich viel oder sogar weniger kostet als der heutige Haushaltsstrom.“

Ein Stück weitergekommen ist man auf dem Weg zu einer zukunftsträchtigen Stromversorgung bereits: Den Tiroler Grünen ist es gelungen die Tiwag zu einem Vorstoß zu bewegen. Nach dem Vorbild der Steiermark bietet die Tiwag nun ein fast 1:1 Einspeisemodell an. Für Sonnenstrom gibt es nun 15 Cent/kWh.

„Wir hoffen, dass nach diesem Angebot mehr Menschen in Photovoltaik-Anlagen investieren – trotz der extrem widrigen Rahmenbedingungen für Sonnenstrom in Österreich. Es ist schließlich ein gutes Gefühl, sich den Strom, den man braucht, selbst zu erzeugen“ so Willi.

Das Gute liegt so nah….

Auch für Manfred Tönig von Haustechnik Egger stellt die Photovoltaik die zukunftsweisende Stromversorgung des 21. Jahrhunderts dar.

Vor 3 Jahren hat seine Firma begonnen sich mit dieser Technologie auseinanderzusetzen und ist mittlerweile eine der führenden, zertifizierten Photovoltaik-Spezialisten Tirols.

Anhand einer anschaulichen Präsentation und Anschauungsobjekten konnte er den interessierten  Besuchern die Grundlagen und technischen Komponenten der Photovoltaik näherbringen. „Damit ein 4-5 Personenhaushalt weitgehend stromautark sein kann, benötigt er eine PV- Anlage mit 5 kWp.“

Des Weiteren veranschaulicht Tönig den Aufwand für die Errichtung  „eine solche Anlage stellen wir in 1,5 Tagen fix und fertig auf.“

Rasch zugreifen

Verschiedene bautechnische Möglichkeiten und Einspeisungsvarianten hat er ebenso vorgeführt, sowie Förderungsmodelle dargestellt. Tönig erklärt dazu: „Je nach Anlagengröße gibt es unterschiedliche Förderungstöpfe und bei der Antragsstellung muss man rasch sein. Denn die Fördermittel für Ökostromanlagen sind in Österreich beschränkt. Wer zuerst kommt, der malt zuerst. Wenn man das Glück hat in den Genuss einer Förderung zu kommen, kann man sich bis zur Hälfte der Anlagekosten dadurch ersparen.“

Unter diesem Aspekt stellt Sepp Brugger ein Photovoltaik-Projekt aus Laakirchen vor, das angesichts der noch hohen Preise für PV-Anlagen auch für Matrei interessant sein könnte:

So könnte es gehen

Die Stadt Laakirchen beschritt 2008 mit den Partnern E-Werk Wels AG und MEA Solar einen völlig neuen Weg zur Errichtung von Photovoltaikanlagen unter dem Motto “Photovoltaikanlagen für alle Laakirchener”.  Interessenten, deren Dächer bestimmte Anforderungen erfüllen müssen, können ihre Dachfläche den Unternehmen zur Verfügung stellen, welche dort eine PV- Anlage von 2,38 kWp bis max. 4,76 kWp errichten und betreiben. Die ersten 12 Jahre finanzieren die Solargewinne die errichtete Anlage und danach geht diese für einen Restbetrag von 975 €/kWp, welcher monatlich angespart wird (6,80 €/kWp pro Monat) garantierte weitere 13 Jahre in den Besitz der Hauseigentümer über, um gratis Strom „ernten“ zu können.

Ein ambitioniertes Ziel

Brugger: „ Ich möchte mich in der nächsten Zeit der Aufgabe widmen, mögliche Partner für eine vergleichbare Photovoltaik-Aktion für Matrei zu finden. Mit Haustechnik Egger, als Partner für die Umsetzung würde man damit auch eine maßgebliche Wertschöpfung für Matrei erzielen.“

Abschließend erklärt Brugger den Grund für die Photovoltaik-Veranstaltung kurz vor den GR-Wahlen: „ Die Leute sollen sich überlegen, wohin wir hier in Matrei in Zukunft gehen wollen. Die Möglichkeit, die uns die PV-Technologie bietet, soll nicht brach liegen gelassen werden. Die Prossegg-Klamm ist zu schade um abgeleitet zu werden, wenn wir gleichzeitig die Photovoltaik nicht nutzen.“

Zitate:

„Wenn alle warten bis es günstiger wird, wird es nie so weit sein!“ (Tönig zur Preisentwicklung von PV-Anlagen)

„Die letzten frei fließenden Bäche in neue Kraftwerke umzuleiten, ist wenig intelligent und zukunftsträchtig. Ich wünsche mir, dass bevor der letzte Bach verrohrt ist, auf Photovoltaik umgestellt wurde.“ (Willi)

Sowohl in ökologischer, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht bringen Investitionen in die Sonnenenergie nur Vorteile. Und die Sonne schickt keine Rechnung.” (Tönig)

„Alle wissen es: das Zeitalter von Erdöl, Erdgas und Uran geht zu Ende. Das Zeitalter der Sonnenenergie ist angebrochen. Die Zukunft gehört der Sonne, die für ihre Energie keine Rechnung schickt“ (Brugger)

„Täglich schicke die Sonne das 15.000fache des gesamten Weltenergiebedarfs auf die Erde.“ (Tönig)

„Eine Studie besagt, dass die gesamten Süd-exponierten Dächer Europas ausreichen würden, um den Strombedarf der gesamten EU abzudecken.“ (Willi)

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